Sind Menschen Ressourcen? – Warum bezeichnen wir Mitarbeiter als Ressourcen?

Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource in einem Unternehmen.

Als ich neu in der PPM-Welt war, habe ich immer wieder den Begriff  “Ressourcenmanagement“ gehört. Zu Beginn war ich mir nicht sicher, was genau mit “Ressourcen” gemeint war: War hier von natürlichen Ressourcen, finanziellen Mitteln, materiellen Gütern oder Humanressourcen die Rede? Die knappe Antwort darauf lautet, dass der Begriff für alle Arten von materiellen und immateriellen Mitteln gleichermaßen verwendet werden kann. Wenn wir allerdings im Projektportfoliomanagement von Ressourcen sprechen, meinen wir in den allermeisten Fällen die Angestellten – Menschen also. (Quelle: ProjektMagazin)

Schauen wir uns zum Beispiel unsere Software Meisterplan an: Meisterplan ist eine ressourcenbasierte Lösung. Die Preisgestaltung hängt nicht etwa von der Anzahl der Nutzer ab, sondern von der Anzahl geplanten Ressourcen. So lautet unsere Definition: “Jede einzelne Person oder jedes Sachmittel, das Sie mit Meisterplan planen können, zählt als eine Ressource.“ Wie Sie sehen können, lassen sich mit Meisterplan also sowohl menschliche als auch materielle Ressourcen planen. In mehr als 90% der Fälle ziehen unsere Kunden Meisterplan jedoch für das Management ihrer Mitarbeiter heran.

Sind Menschen Ressourcen?

Die Wahrheit ist, dass Mitarbeiter die wichtigste Ressource in einem Unternehmen sind. Viele Angestellte haben direkten Kontakt zu den Kunden – sie können deshalb Aufschluss darüber geben, was die Kunden denken und was sie brauchen, Probleme frühzeitig erkennen und – basierend auf dem Kundenfeedback – Verbesserungsvorschläge liefern. (Quelle: peopleproductivitysuccess.com)

Die Mitarbeiter sind diejenigen, die letztendlich die Arbeit fertigstellen – Software, Maschinen und Geld sind dabei nur ein Hilfsmittel beziehungsweise Beschleuniger. Ihre Mitarbeiter wissen, wie die Organisation und ganz speziell auch ihr Team „tickt“, und wie die Arbeitsgemeinschaft am besten funktioniert. Sie wissen auch, mithilfe welcher Methoden und Tools sie das Projekt schnell und effektiv zum Abschluss bringen können. Ohne produktive Mitarbeiter kann Ihr Unternehmen keinen Erfolg verzeichnen. Deshalb lautet die Antwort ganz klar: Ja, Mitarbeiter sind Ressourcen, und darüber hinaus sehr wertvolle.

Ist es falsch, Menschen als Ressourcen zu bezeichnen?

Viele empfinden es als beleidigend, Menschen mit Ressourcen gleichzusetzen. Ich kann das voll und ganz verstehen. Manchmal zucke sogar ich zusammen, wenn ich einen Artikel über Ressourcenmanagement lese und darin keinen expliziten Hinweis finde, dass mit dem Begriff Ressourcen einzig und allein Menschen gemeint sind.

Warum also tun wir es trotzdem (und mit „wir“ schließe ich mich selbst mit ein)? Es ist immerhin ganz normal, im Projektmanagement und Portfoliomanagement von Ressourcen anstatt von Mitarbeitern zu reden. Auch die Personalabteilung spricht von Ressourcen (obwohl sie netterweise das Präfix „Human“ verwendet) und allzu oft höre ich Sätze wie „Für dieses Projekt brauchen wir mehr Ressourcen“. In akademischen Studien ist der Begriff ebenfalls gang und gäbe, wenn sich der Autor auf die handelnden Individuen in Organisationen und Unternehmen bezieht.

Der Grund dafür, Menschen als Ressourcen zu bezeichnen, ist so simpel wie einleuchtend: Es ist einfacher, komplexe Situationen zu durchschauen, wenn man abstrakte Begriffe verwendet. Wenn Sie über 30 Projekte auf einmal managen, haben sie vielleicht fünf Teams mit jeweils fünf bis zehn Personen. Um besser zu planen, ist es sinnvoll, diese Menschen als Ressourcen mit spezifischen Fähigkeiten zu definieren. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Änderungen bevorstehen: eine neue Top-Priorität kommt auf, ein zentraler Mitarbeiter geht in den Urlaub, Wetterextreme führen zu Verzögerungen und so weiter… Sobald solche Fälle auftreten, müssen Sie Mitarbeiter mit dem passenden Skill-Profil finden, um die entstandenen Lücken zu schließen und weiter zu machen. Sie müssen Ihre Ressourcen managen.

Mitarbeiter sind Ressourcen, aber auch viel mehr.

Dass Sie bei der Projektplanung von Ressourcen reden, bedeutet nicht, dass Sie Ihre Mitarbeiter nicht wertschätzen. Ganz im Gegenteil: Jeder gute Projekt- und Projektportfoliomanager ist sich darüber bewusst, dass die menschliche Komponente das Allerwertvollste ist – und dass Menschen emotional sind und nicht immer 100% Leistung abliefern können. Verzichten Sie einfach im persönlichen Gespräch darauf, Ihre Mitarbeiter als Ressource zu titulieren. Wenn Sie ein Team managen – egal wie groß es ist – nehmen Sie sich die Zeit jedes Teammitglied kennenzulernen, und das über den Namen hinaus. Vielleicht verbringen Sie sogar die Mittagspause oder den Feierabend mit Ihren Mitarbeitern, um mit den Menschen, die Sie mehrere Stunden am Tag umgeben, warm zu werden und ihre Eigenheiten zu verstehen. Ihre Mitarbeiter sollten außerdem natürlich wissen, dass sie wertgeschätzt und verstanden werden. (Quelle: Andreas Ellenberger)

Wenn Sie ein Portfoliomanager sind, der nicht auf täglicher Basis mit den Teams zusammenarbeitet, sollten Sie sich dennoch darum bemühen, die Menschen in Ihrem Arbeitsumfeld kennenzulernen. Wenn sich Mitarbeiter wichtig und ernst genommen fühlen, hat dies positive Auswirkungen auf das Betriebsklima und die Qualität der abgelieferten Arbeit. Außerdem macht es Ihren Job einfacher. Wenn Sie Ressourcen (Mitarbeiter) managen, haben Sie sicherlich in irgendeinem Tool eine Sammlung von mitarbeiterspezifischen Informationen. Sobald Sie diese Menschen persönlich kennenlernen, entdecken Sie sicherlich zusätzliche Skills (zum Beispiel eine hervorragende Kommunikationsfähigkeit, eine einwandfreie Problemlösungskompetenz oder auch einfach nur einen angenehmen Humor), die nicht im Lebenslauf aufgelistet waren, sich für ein bestimmtes Projekt jedoch als sehr hilfreich erweisen könnten.

Dass Menschen als Ressourcen bezeichnet werden, ändert sich in absehbarer Zukunft sicherlich nicht. Ich hoffe deshalb, dass Sie sie nach diesem Artikel nicht mehr darüber ärgern. Ich hoffe ebenfalls, dass ich Manager daran erinnern konnte, persönliches Interesse an ihren Mitarbeitern zu zeigen. Die Schlussfolgerung lautet daher: Denken Sie abstrakt, wenn es Sinn macht, aber behandeln Sie Ihre Angestellten wie die wertvollen Menschen, die sie sind.

Von |2017-12-08T16:19:01+00:008. Dezember 2017|Kategorien: Ressourcenplanung|

Über den Autor: Karoline Holicky

Karoline Holicky bringt nicht nur jede Menge Südstaaten-Charme (geboren in Louisiana, aufgewachsen in Texas) und Cajun-Cooking mit, sondern auch 15 Jahre Erfahrung in verschiedenen Branchen – vom Finanzwesen über Maschinenbau, Öl und Gas hin zur Software Industrie. Als Marketing Director bei Meisterplan und Expertin für Projektportfoliomanagement und Ressourcenplanung sucht Karoline stets nach Best Practices und Trends, um Unternehmen bei ihrem PPM zu helfen.