Wildlinge vs. Nachtwache – Was Game of Thrones Ihnen über PPM beibringen kann

Der Norden in Game of Thrones liegt im Streit mit dem Süden. Daraus kann man für sein PPM lernen.

Game of Thrones (GoT) ist eine epische Welt voller Geschichten um Macht, Magie und imposanten Schlachten. Eine Kombination, die bei allen Fantasy-Fans die Herzen höher schlagen lässt. Doch auch für alle, die den Hype um diese Serie nicht verstehen, lohnt sich die Beschäftigung mit Game of Thrones. Denn Riesen und Waldmenschen habe eine ganze Menge mit Ihrem Projektportfoliomanagement (PPM) zu tun.

Die Serie ist viel mehr als ein bloßes Kostüm-Spektakel. Die GoT-Welt ist ein riesiges Schachbrett, auf dem die Charaktere ihre nächsten Züge mit großer Sorgfalt planen und ihre verfügbaren Ressourcen bestmöglich verteilen: Das ist Projektportfoliomanagement, wie es auch in jedem Unternehmen stattfindet. Und sowohl in Game of Thrones als auch in der Wirtschaft klappt das Projektportfoliomanagement nicht immer optimal.

Wir haben uns angeschaut…

  • was Jon Snow aus der Schlacht mit den Wildlingen für den anstehenden Krieg gegen den Nachtkönig lernen kann.

  • was Sie aus dem früheren Konflikt zwischen Nachtwache und Wildlingen für Ihr PPM ableiten können.

Machen Sie Ihre Probleme nicht größer als sie sind

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Viele Ressourcen = erfolgreiche Projekte?

Viele GoT-Fans werden sich mit Sicherheit noch an die Schlacht an der weißen Mauer erinnern. Für alle anderen: Stellen Sie sich eine Gruppe aus tausenden von Angreifern (Wildlinge) vor. Ihr Ziel: die Festung auf der Mauer einnehmen, um so auf die andere Seite zu gelangen. Verteidigt werden die Mauer und die Festung von gerade einmal 100 Männern der Nachtwache, die genau das verhindern wollen.

Was denken Sie, wie die Geschichte ausgeht? So viel können wir schon mal verraten: Die Wildlinge sind trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit zunächst gescheitert.

Sie können sich die Wildlinge als einen Zusammenschluss von Völkern vorstellen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Riesen arbeiten zusammen mit kleinen Bergstämmen und Waldvölkern. Jede Gruppe verfolgt andere Interessen, spricht eine eigene Sprache und hat unterschiedliche Arbeitsweisen. Chaos ist vorprogrammiert.

Im Unternehmen haben Sie zwar keine Riesen und Waldmenschen, aber dafür eine Vielzahl an unterschiedlichen Interessengruppen und Abteilungen. Jeder Fachbereich hat auch seine eigene Fachsprache, es werden verschiedene Tools und Arbeitsabläufe verwendet und letztendlich will jede Abteilung, dass ihre Projekte umgesetzt werden. Das unternehmensübergreifende Ziel haben dabei nicht immer alle gleichermaßen im Blick – es wird leicht aus den Augen verloren oder oftmals gar nicht klar kommuniziert.

Ohne eine klare Zieldefinition ist jedoch keine projektübergreifende Planung möglich – sowohl beim Angriff auf die Eiswand als auch beim Erreichen der Unternehmensziele. Hätten die Wildlinge im Vorfeld den Angriff übergreifend geplant und festgelegt, wer welche Teilziele erreichen muss, wäre die Schlacht vielleicht anders ausgegangen. Denn im Gegensatz zu den Wildlingen ist die Nachtwache deutlich besser aufgestellt. Die Mitglieder der Nachtwache verpflichten sich durch einen Schwur, den Schutz der Mauer als oberste Priorität anzusehen:

  • Hört meine Worte, und bezeugt meinen Eid.

    Die Nacht zieht auf und meine Wacht beginnt. Sie soll nicht enden vor meinem Tod.

    Ich will mir keine Frau nehmen, kein Land besitzen, keine Kinder zeugen. Ich will keine Kronen tragen und keinen Ruhm begehren. Ich will auf meinem Posten leben und sterben. Ich bin das Schwert in der Dunkelheit. Ich bin der Wächter auf den Mauern. Ich bin der Schild, der die Reiche der Menschen schützt.

    Ich widme mein Leben und meine Ehre der Nachtwache, in dieser Nacht und in allen Nächten, die kommen.

Alle Aktivitäten der Nachtwache werden an diesem Ziel ausgerichtet und priorisiert. Grenzer, Kämmerer und Baumeister haben verschiedene Projekte und Aufgaben, arbeiten jedoch auf das übergreifende Ziel hin. Das kleine Team der Nachtwache hat es damit geschafft, dem Angriff der Wildlinge trotz geringer Ressourcen lange genug standzuhalten. Die Kräfte der Nachtwache konzentrierten sich auf das Tor in der Mauer, dem einzigen Eingang der riesigen Eisfront. Zwar können die Wildlinge die Mauer auch von außen erklimmen, das Tor bildet jedoch bei einem Angriff die größte Schwachstelle. Ein ähnliches Szenario gibt es auch in vielen Unternehmen. Es gibt immer eine große Anzahl an vielversprechenden Projekten und Ideen, jedoch zu wenig Ressourcen, um alle umzusetzen.

Ein weiteres Problem, dass sowohl bei den Wildlingen als auch in vielen Unternehmen besteht, ist eine uneinheitliche Informationsgrundlage und Probleme in der Kommunikation. Bei den Wildlingen führen die verschiedenen Sprachen zu Kommunikationsproblemen. In Unternehmen sind die Daten oftmals in unterschiedlichen Formaten vorhanden oder Mitarbeiter haben keinen Zugang zu relevanten Dokumenten.

Durch Koordination zum erfolgreichen Projektportfoliomanagement

Wie können Sie also die oben identifizierten Probleme in Ihrem Unternehmen lösen?

Klare Zieldefinition

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie unternehmensübergreifende Ziele definieren und dafür sorgen, dass die Mitarbeiter diese kennen und verstehen. Nur wenn die Unternehmensziele wirklich gelebt und bei der Projektplanung berücksichtigt werden, können diese letztendlich gezielt erreicht werden.

Projektübergreifende Planung

Ohne eine übergreifende Planung der Projekte lassen sich die Unternehmensziele jedoch trotz einer großen Anzahl an Mitarbeitern nicht effektiv erreichen. Und an diesem Punkt kommt das Projektportfoliomanagement ins Spiel. Entwickeln Sie einen einheitlichen Prozess, um zu entscheiden, wann welche Projekte umgesetzt werden. Stürmen Sie nicht einfach darauf los, sondern planen Sie, wie Sie Ihre Mauern gezielt überwinden können.

Konsequente Priorisierung

Priorisierung lautet hier das Zauberwort. Konzentrieren Sie sich nur auf die wichtigsten Projekte, anstatt sich mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen. Nur so kann das Projekt-Management-Trilemma aus hohen Qualitätsansprüchen, geringen Ressourcen und knapper Zeit erfolgreich bearbeitet werden.

Einheitliche Informationsgrundlage

Ebenso sollten Sie eine einheitliche Informationsgrundlage sicherstellen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter über die mindestens notwendigen Informationen verfügen, die für die Bearbeitung ihrer Projekte erforderlich sind. Und behalten Sie selbst den Überblick über Mitarbeiter, Skills, Ressourcen und Projekte, indem Sie die dafür notwendigen Informationen einfordern – und zwar nur diese.

4 GoT-Tipps für Ihr PPM

Unabhängig davon, ob Sie nun GoT-Fan sind oder nicht, gibt Ihnen die Serie wertvolle Tipps, die Sie auch in Ihrem Unternehmen umsetzen können. Hier finden Sie die vier wichtigsten PPM Tipps noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Klare Zieldefinition: Definieren Sie Ihre übergeordneten Unternehmensziele und kommunizieren Sie diese Ihren Mitarbeitern.

  • Projektübergreifende Planung: Sorgen Sie dafür, dass Projekte abteilungsübergreifend geplant werden und es einen gleichbleibenden Prozess für die Projektauswahl gibt.

  • Konsequente Priorisierung: Verschwenden Sie Ihre Ressourcen nicht für unwichtige Projekte, sondern konzentrieren Sie sich auf Projekte, die wirklich relevant sind.

  • Einheitliche Informationsgrundlage: Stellen Sie sicher, dass die mindestens notwendigen Informationen für Projektportfoliomanagement und Projektmanagement einheitlich verfügbar sind.

Wenn der Süden diese Tipps beherzigt, können wir das Beste für die letzte Staffel hoffen. Denn der Süden und Jon Snow stehen jetzt vor ähnlichen Problemen, wie vor einigen Staffeln die Wildlinge. Nur mit klugem Ressourceneinsatz und den richtigen “Projekten” werden die großen Häuser mit den Wildlingen und den Drachen zusammen den Sieg über den Nachtkönig und seine Armee der Toten davontragen.

Von | 2017-08-31T13:51:49+00:00 25. August 2017|Kategorien: Projektportfoliomanagement|Tags: Game of Thrones, Jon Snow, Nachtwache, Priorisierung, Wildlinge|

Über den Autor: Annegret Widmer

Annegret Widmer hat ihre langjährige Hass-Liebe-Beziehung zu Excel als PPM- und RM-Tool bei einer Agentur beendet und hilft jetzt Unternehmen und Organisationen dabei, Meisterplan und Best Practices für Ressourcenplanung und Projektportfoliomanagement zu entdecken. Wenn sie gerade keine Pixel oder Ressourcen als Marketing Managerin bei Meisterplan verschiebt, schiebt sie Figuren übers Spielbrett.

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