Warum fürchten sich Organisationen vor Ressourcenmanagement?

Keine Angst vor Ressourcenmanagement

„Ja, wir hatten uns vorgenommen, ins Ressourcenmanagement einzusteigen, doch wir haben viel zu viel zu tun, um es tatsächlich zu tun” – bekäme ich jedes Mal einen Euro, wenn ich mit einem potentiellen Kunden in einem Meeting sitze und diese Aussage zu hören bekomme, so wäre ich um einiges reicher.

Ressourcenmanagement ist von so “hoher Priorität”, dass wir die ganze Zeit darüber reden, wie viel Wertschöpfung es generiert. Und dann haben wir keine Zeit und keine Ressourcen, um es einzuführen und durchzuziehen. Aber warum? Lassen Sie mich versuchen, dem auf den Grund zu gehen.

Wir glauben, dass Ressourcenmanager riesengroße Gehirne haben

Es sollte durchaus möglich sein, die relevanten Informationen hinsichtlich Bedarf und Kapazität von 20 Mitarbeitern in unserem Kopf zu verarbeiten – und in Excel-Tabellen festzuhalten. Das ist kostengünstig, machbar, und wir handhaben das schon seit einer ganzen Weile so. Doch sobald es sich um mehr als 20 Personen handelt, bezweifle ich ernsthaft, dass Manager alle Informationen detailgetreu und dauerhaft in ihrem Kopf behalten können. Dann gibt es da noch zusätzliche Dimensionen wie die Mitarbeiter-Skills, die in die Entscheidungen mit einbezogen werden müssen. Sind Xaviers Spanischkenntnisse verhandlungssicher? Hat Kathrin den Java-Programmierkurs erfolgreich abgeschlossen? Wann wird Thomas qualifiziert sein, um an Hochspannungskabeln zu arbeiten? Wir glauben allzu gerne, mit solchen Informationen herumjonglieren zu können, da wir nach außen hin einen kompetenten Eindruck machen wollen – doch unsere Gehirne haben ein Limit.

Gehen wir also mal davon aus, dass Sie ab einer Teamgröße von 20 Personen auf jeden Fall ein Tool für die Unterstützung im Ressourcenmanagement brauchen.

Wir ignorieren die Tatsache, dass Mitarbeiter Geld kosten

Ein Projektmitarbeiter in Deutschland verdient normalerweise irgendetwas zwischen 32.000 und 48.000 € im Jahr – das hängst natürlich vom Unternehmen, der Berufserfahrung, dem Bundesland und der Branche ab (Quelle: Gehalt.de). Ziehen wir also zu Berechnungszwecken das Mittel von 40.000 € heran.

Wenn wir davon ausgehen, dass sich 20 Projektmitarbeiter in Ihrem Unternehmen befinden, entspricht das jährlichen Ausgaben in Höhe von 20 x 40.000 € = 800.000 €. Das ist eine Menge Geld. Bei 210 Arbeitstagen im Jahr kostet Sie ein 20-köpfiges Team 3.800 € am Tag. Bei einem 100-köpfigen Team sind das schon 19.000 € oder ganze 4 Millionen € im Jahr. Das ist eine stolze Summe, nicht wahr? Wenn Sie nun Ihre Mitarbeiter so einsetzen könnten, dass Sie nur einen einzigen Mitarbeiter weniger für die bestehende Projektarbeit brauchen, sparen Sie immerhin 40.000 € – das allein ist viel mehr, als ein Tool wie Meisterplan Sie überhaupt kosten wird! Eine genaue Preiskalkulation gibt es hier.

Wir vergessen die Kosten und Aufwendungen von Neueinstellungen

Menschen sind ständig in Bewegung, und auch beruflich schreiten sie kontinuierlich voran. Schauen Sie sich in Ihrem Team um: Wie viele Mitarbeiter sind weniger als 12 Monate dabei? Wie viele davon, glauben Sie, werden Sie innerhalb der nächsten 12 Monate wieder verlassen? Wenn Sie nun an Ihre Bedarfsprognose denken – glauben Sie, dass Sie die richtigen Ressourcen mit den passenden Fähigkeiten an Bord haben, um die kommenden Herausforderungen zu meistern? Und vertrauen Sie überhaupt auf Ihre Prognose…?

Wir sind zu nett – ja, auch Sie

Unglücklicherweise glaube ich, dass hier einer der wichtigsten Gründe liegt, warum sich die meisten Unternehmen nicht richtig mit dem Ressourcenmanagement auseinandersetzen wollen. Es liegt nicht etwa daran, dass sie denken, es funktioniere nicht. Vielmehr liegt es daran, dass das Thema mit einer grundsätzlich negativen Haltung angegangen wird. Häufig verbinden Unternehmen mit dem Begriff Ressourcenmanagement die Frage “Wie viele Menschen werden wir verlieren?” anstatt sich zu fragen “Wie können wir unseren jetzigen Mitarbeitern dabei helfen, noch produktiver zu sein?”. Wir wollen unseren Kollegen und Freunden grundsätzlich nichts Böses. Das heißt: Wir wollen sie nicht härter arbeiten lassen, sie überwachen oder ihnen gar den Laufpass geben – und wir haben Angst, dass ein verbessertes Ressourcenmanagement genau dies zur Folge haben würde.

Eine erhöhte Produktivität zieht aber nicht zwangsläufig einen niedrigeren Bedarf an Ressourcen nach sich. Ressourcenmanagement bedeutet, dass Sie ihr Team in einem  stabilen, kompetenten, aufeinander abgestimmten und ausgewogenen Zustand halten und mit genau der richtigen Arbeitslast versorgen.

Fragen Sie sich also in einer ehrlichen Minute, wieso Sie kein Ressourcenmanagement betreiben, und rufen Sie uns dann gerne an.

Von |2018-02-09T14:46:27+00:009. Februar 2018|Kategorien: Ressourcenplanung|

Über den Autor: John Morrissey

John von Sandhill (UK Partner von Meisterplan) hat sowohl in multinationalen als auch KMUs gearbeitet, im öffentlichen Bereich und im Privatsektor, als Mitarbeiter und Unternehmer, in verschiedenen Rolle in den Bereichen Sales, Produktentwicklung, Marketing, Finanzwesen, IT und Business Transformation. All das bedeutet viele (wirklich viele) Projekte, Programme und Portfolios. Die Konsequenz: John ist oft ein bisschen brummig, versteckt das aber gut. Da er sich selbst nicht als besonders helle bezeichnet, glaubt er an das Prinzip der Einfachheit.